Tatort Eucharistie

Geschrieben am 22.09.2014 von Damian
"Tatort Eucharistie

Wenn die Kriminalisten einen schwierigen Fall zu lösen haben, dann greifen sie, so erleben wir es jedenfalls immer wieder in den Fernsehkrimis, zu zwei Maßnahmen, um das Geheimnis des Falls lösen zu können: sie erstellen ein >>Täterprofil<< und sie spielen das Geschehene noch einmal durch. Natürlich ist ein Gottesdienst kein Krimi, auch wenn ein wenig Spannung in der Liturgie sicher nicht schadet. Was aber ein Krimi und ein Gottesdienst gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass es da um ein Geheimnis geht. Ein Geheimnis, dem wir uns im Gottesdienst immer nur annähern, das wir nie ganz ergründen können.
Und er, Jesus Christus, der >>Täter der Wortes Gottes<< an uns, legt selbst die Spur zu diesem Geheimnis, indem er von sich selbst erzählt im Evangelium. Sein Deckname ist: >>der neue Adam<<, auf den seit der ersten Seite de Bibel alles zuläuft. Sein Tatmotiv ist eine ungeheure Enthüllung: Gott lebt in jedem Menschen, gleich welchen Glaubens, gleich welcher Rasse und Sprache, in jedem seiner Geschöpfe. Er hinterlässt seine Fingerabdrücke in den Herzen und Seelen von Menschen, denen er begegnet, die er heilt und aufrichtet. Die DNA Jesu ist in all denen zu finden, die durch die Taufe eingeweiht sind in seinen Traum vom Reich Gottes und die das Wasserzeichen der Heiligen Geistes in sich tragen.
Der Tatort Jesu ist immer hier und jetzt zu finden. Sein Leben soll ein Nachspiel haben: >>Tut dies zu meinem Gedächtnis<< (Lk 22,19). Darum sind Christen zur Eucharistie versammelt: Sie speisen sich ein in das Geheimnis seiner Freundschaft, wenn sie sein Brot essen und aus dem Kelch trinken. Ein Alibi zählt nicht und jeder ist zur Spurensicherung Gottes im Alltag eingeladen und darf die Traumrolle seines Lebens spielen, nämlich: Gottes geliebte Tochter und geliebter Sohn zu sein. Und dieses Glück ist es, das dann das Ohr öffnet für den Notruf von Menschen in Armut und Bedrängnis. So werden die Christen zu Mittätern Jesu, zu seiner konspirativen Gemeinde, zu >>Komplizen seiner Hoffnung.<<

Dietmar Brüggemann OFM

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